Pöhm’s Power-Letter Nr. 11 Juli 2002
Liebe Leser
Hier ist er nun, der Power – Letter Juli 2002. Unter www.poehm.com kann sich jeder Interessierte eintragen.
Sie finden 8 Artikel:
1) Der Glaube an die Regel
2) Ein Witz
3) Vortrag Schlagfertigkeit am 15. Juli 02
4) Wie man glänzend reden kann, ohne etwas zu sagen.
5) Der regelmässige Angriff
6) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
7) Ihre Meinung zu “Basistraining öffentliches Reden”
Sommerpause
1) Der Glaube an die Regel
Trainer zu sein ist schon ein interessanter Beruf. Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie in meinem Seminar einmal einzelne Thesen, Techniken und Regeln einmütig angenommen werden und dann, bei anderen Gruppen, die selben Regeln plötzlich Widerstand erregen.
Jede Mensch sagt, die Arbeit soll Spass machen. Darüber herrscht allgemeine Einigkeit. Aber gehen Sie mal in die Firmen und schauen Sie die Gesichter an, wie es aussieht, wenn Arbeit Spass macht. Das sehen Sie kaum jemand lächeln, geschweige denn herzhaft lachen. Da wird im Normalfall bierernst und verbissen malocht. Ins Business mehr Humor zu bringen, dafür kämpfe ich.
- Sie haben zu lange Lieferzeiten
=> Stimmt, beim letzten mal hat’s der Lehrling bestellt und als wir geliefert haben, war der Mann schon in Pension.
Jetzt gibt es Teilnehmer, die sagen bei so einem Beispiel. “So können Sie dem Kunden doch nicht gegenübertreten. Der wird Ihnen sofort den Auftrag entziehen, wenn Sie so “Witzchen” machen.”
- Sie kommen jeden Morgen eine Viertelstunde zu spät!
=> Stimmt, Stimmt absolut. Schönen Tag noch!
Es gibt jetzt Teilnehmer, die sagen: “Um Himmels willen, mit so einer Antwort, da kann er sich gleich die Papiere abholen.”
Und das Schöne ist: Die Leute, die das sagen haben sogar recht. Wenn diese Teilnehmer diese Antwort geben würden, würde es ihnen genau so passieren. Weil sie daran glauben, dass es so sein wird. Andere glauben etwas anderes, und denen passiert etwas anderes. Das ist das Spannende. Es ist niemals die Regel, die richtig oder falsch ist, sondern es ist immer nur der Glaube an die Regel, der die Regel richtig oder falsch macht. Was wir mit der Schlagfertigkeit lernen, ist eigentlich Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Es gibt selbstbewusste Menschen da draussen, die TUN so etwas und der Chef akzeptiert es. Es gibt lockere Menschen da draussen, die geben dem Kunden eine witzige Antwort und der Kunde lacht herzhaft darüber. Es gibt immer Menschen, die tun genau das mit Erfolg, wovon andere sagen, dass es unmöglich wäre. – Immer!
Alle Regeln, die menschliches Verhalten betreffen sind falsch – oder richtig, je nachdem, welcher Überzeugung Sie sind.
Wenn Sie überzeugt sind dass der Mensch viel Schlaf braucht, so werden Sie es so erleben. Wenn Sie überzeugt sind dass der Mensch wenig Schlaf braucht, dann werden Sie das so erleben. Es ist nicht die Regel “Viel Schlaf braucht der Mensch” richtig, und die umgekehrte Regel falsch, sondern, nur der feste Glaube daran macht diese Regel richtig — oder aber auch falsch.
Wenn Sie überzeugt sind, dass schlagfertige Humortechniken im Geschäftsleben nicht funktionieren, dann werden Sie es so erleben. Wenn Sie überzeugt sind, dass die Benutzung von Standardantworten, wie auswendig gelernt klingt, dann werden Sie es so erleben. Andere sind von etwas anderem überzeugt, die erleben etwas anderes.
Sind Business-Kleider für das Weiterkommen im Geschäftsleben wichtig? Ja, wenn Sie wie Rolf Ruhleder und Alex Rusch daran glauben. – Nein, wenn Sie wie Bill Gates und Vera Birkenbihl nicht daran glauben.
Ich lernte einen Unternehmer aus Norddeutschland kennen, der eine Firma aufgebaut hatte, die inzwischen 400 Mitarbeiter beschäftigte. Er erzählte mir das Geheimnis seines Erfolges. Als junger Mann hatte er bereits die Vision in einem Penthouse-Büro im obersten Stock eines Hochhauses zu sitzen, das ihm gehörte. “Wichtig, damit eine Vision wahr wird”, so erzählte er mir, “ist, dass man sie für sich behält und niemand davon erzählt. Nur dann macht man sich unangreifbar ” Nun, der Erfolg hatte ihm ja recht gegeben. Die gängige Ratgeberliteratur gibt Ihnen allerdings folgende Regel mit: “Erzählen Sie Ihre Vision möglichst vielen Menschen, damit stehen Sie im Wort und dann wird sie wahr.” Tja, was ist jetzt richtig? — Beides! Es kommt drauf an, an was Sie glauben.
Und so ist es auch mit den Regeln zur Schlagfertigkeit. Probieren Sie sie mindestens einmal aus, damit Sie Ihrer Überzeugung eine Chance geben, entscheiden zu können.
2) Ein Witz
Treffen sich zwei Planeten. Fragt der eine: “Na, wie geht`s?” – “Gar nicht gut. Ich leide furchtbar an Homo sapiens.” “Ah…”, entgegnet der Fragende erleichtert, “…das kenne ich, das geht bald vorüber!”
Entdeckt in der Homepage von Vera F. Birkenbihl www.birkenbihl.de
3) Vortrag Schlagfertigkeit am 15. Juli 02
Wer mich noch nicht live erlebt hat, und einmal eine Kostprobe der Schlagfertigkeit erleben will, der hat jetzt Gelegenheit mich am 15. Juli 02 in Spreitenbach bei Zürich in einem Vortrag zu erleben. Im Hotel Arte veranstalten wir einen Vortragsabend mit dem Thema “Schlagfertigkeit ist lernbar”, der um 19 Uhr 30 beginnt und ca. eineinhalb Stunden dauert. Er kostet 90.- Fr, ein Imbiss ist mit eingeschlossen. Bringen Sie ruhig Freunde und Bekannte mit. Anmeldung bitte direkt über unsere Homepage.
4) Wie man glänzend reden kann, ohne etwas zu sagen.
Ein erfahrener Politiker und ein ebenso erfahrener Beamter kamen auf die Idee — und einschlägige Pressedienste hatten nichts besseres zu, als diese Idee den leicht frustrierten Nachwuchs-Wirtschafts-Managern zum Gebrauch vorzuwerfen. Und wirklich, jeder, der das “Automatische Schnellformulierungssystem” (Patent angemeldet) anwendet, hat im Beruf garantiert Erfolg. Und dabei stützt sich das Wundersystem nur auf 30 sorgfältig ausgewählte Schlüsselwörter:
| Eigenschaftswörter | Hauptwörter | Ergänzungswörter |
| 0 ambivalente | 0 Aktions- | 0 – ebene |
| 1 funktionelle | 1 Drittgenerations- | 1 – flexibilität |
| 2 integrierte | 2 Fluktuations- | 2 – kontingens |
| 3 konzentrierte | 3 Führungs- | 3 – konzeption |
| 4 orientierte | 4 Identifikations- | 4 – phase |
| 5 permanente | 5 Interpretations- | 5 – potenz |
| 6 progressive | 6 Koalitions- | 6 – problematik |
| 7 qualifizierte | 7 Organisations- | 7 – programmierung |
| 8 synchrone | 8 Uebergangs- | 8 – struktur |
| 9 systematisierte | 9 Wachstums- | 9 – tendenz |
Die Hand- bzw. Mundhabung ist kinderschulleicht. Denken Sie eine beliebige dreistellige Zahl, sagen wir 317, und schon haben Sie Ihren ersten Ausdruck: “Konzentrierte Drittgenerationsprogrammierung.” Klingt das nicht gut? Die Reihe ist fast unerschöpflich und lässt der Kreativität freien Spielraum. Mit den Zahlen 000 bis 999 lassen sich tausend Wortkombinationen herstellen. Dabei ist die Hilfe eines Zufallsgenerator sehr komfortabel. Zur Vorbereitung einer Rede tun es ein oder mehrere Würfel aber auch. Sehr reizvoll kann die Anwendung von Reihenrechnungen werden, wobei die Neunerprobe eine ganz neue Dimension erhalten kann. Bei etwas Übung genügt aber obige Tabelle als Spickzettel vollständig. Ein kurzer Blick darauf – eine Zahl – und Ihre nächste Rede – das Thema ist egal – kann etwa so lauten:
“Meine Damen und Herren. In einer Zeit qualifizierter Fluktuationsphasen müssen wir gerüstet sein, rechtzeitig synchrone und funktionelle Identifikationspotenzen anzubieten. Sie sind sicher auch meiner Meinung, dass wir für unseren Betrieb qualifizierte, permanente und progressive Interpretationskonzeptionen vorweisen müssen. Nur diese integrierten und konzentrierten Wachstumsstrukturen werden dafür sorgen, dass wir auf allen Identifikationsebenen bereitstehen. Lassen sie uns deshalb gemeinsam die systematisierte Aktionskontingenz in Angriff nehmen, damit wir ambivalent …usw. … usw … ”
Das hört sich doch gut an, nicht wahr? Besonders wenn es dynamisch vorgetragen wird. Selbstverständlich wird kein Zuhörer zugeben, kein Wort verstanden zu haben. Im Gegenteil: Ihr Vorgesetzter wird dafür Sorge tragen, Ihre Begabung nicht auf dem derzeitigen Posten bei einem höchst mickrigen Gehalt verkümmern zu lassen.
5) Der regelmässige Angriff
Wir starten hiermit einen neuen Wettbewerb. Wir publizieren jeweils einen Angriff, auf den Sie, liebe Leser, uns dann eine mögliche Antwort zuschicken können. Die originellste Antwort wird prämiert.
Die Assistentin des Chefs ist bei einem Kundenanlass als einzige Frau anwesend. Der Redner begrüsst: “Ich begrüsse Sie meine Herren und besonders die einzige Dame unter uns. ” Der Chef ruft dazwischen: “Das ist keine Dame, das ist nur unsere Assistentin.”
Was würden Sie als Assistentin antworten?
Schicken Sie uns eine mögliche Antwort.
Im folgenden möchte ich in dieser Rubrik Angriffe zur Beantwortung stellen, die aus dem Kreis der Leser kommen. Haben Sie einen Angriff erlebt, bei dem Sie mit Ihrer Antwort nicht zufrieden waren? Schicken Sie ihn uns zu. Vielleicht wird er schon im nächsten Powerletter Tausenden von kreativen Lesern zur Beantwortung vorgelegt.
6) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
Vielen Dank für die vielen, uns zugeschickten, schlagfertigen Antworten.
Wir haben wieder zwei Sieger auserkoren.
1.Sieger: P. Schatt, Schweiz
Gestern bin ich von einem Polizisten angehalten worden, da ich zu schnell war. Ich hielt an und fragte: “Wieviel kostet es? ” Der Polizist: “120 Fr.” Ich: ” Okay, steig ein…” Dann wurde der Polizist gereizt: ” Das ist Amtsbeleidigung” später verdreifachte sich die Strafe.
(Kommentar M. Pöhm: Technik “Absichtliches missverstehen”)
2.Sieger: Marc Locher, Berneck
Eine Frau bemerkt, dass ich schon sehr lange im öffentlichen Telefon bin. Nachdem sie mich zwei Mal im Vorübergehen beim Telefonieren beobachtet hat, läuft mir die neugierige Frau danach schon wieder über den Weg und meint: “Fertig?” – “Nein, ich mache nur ne Pause!”
(Kommentar M. Pöhm: Technik “Nonsens als Antwort”)
Die beiden Gewinner erhalten als Preis das Kassettenseminar ”Endlich schlagfertig” im Wert von 128.- Fr.
Wir drucken hier aber noch weitere gelungene Antworten ab:
Ruth Wyss, Olten
Ich gebe Stressmanagement Kurse im Bereich Herzrehabilitation.
Ein Kursteilnehmer kommt immer zu spät.
Beim dritten Mal, als er wieder zehn Minuten zu spät kommt sagt er: “Dass Sie diese lästige Gewohnheit haben, immer viel zu früh anzufangen mit der Stunde.”
Darauf ich: “Ich weiss, das ist bei mir so zwanghaft, das kann ich schon fast nicht mehr ändern.”
(Kommentar M. Pöhm: Technik “Einsteigen auf die Veräppelung”. Das war aber auch schon ‘ne gute Erklärung vom Verspäteten)
Stefan Halter
Ich bin TV-Journalist und ging an den Empfangsschalter einer grossen Telekom-Veranstaltung.
Ich: “Guten Tag, Tele24, ich hab mich akkreditiert. Ich möchte gerne mit Herr XY, sprechen….” Die Dame schüttelt den Kopf und sagt: “Das geeeeeht nicht…!” Ich: “Wissen sie, dass es für den Nacken sehr ungesund ist wenn man sooo schüttelt? Das gibt Verspannungen! Man sollte immer vertikal nicken. Und jetzt möchte ich mit jemandem sprechen der mich zu dem gewünschten Herrn bringen kann.”
(Kommentar M. Pöhm: Technik “Kontern mit bildhaftem Vergleich”)
Alexander Schaller
Chef zum Mitarbeiter: “Sie sind doch der Unfähigste, der hier rumläuft!”
Mitarbeiter zum Chef: “Wie unfähig müssen Sie erst sein, dass Sie mich auch noch bezahlen!”
(Kommentar M. Pöhm: Technik “Versteckter Gegenangriff”)
Die Auswahl ist uns schwer gefallen. Vielen Dank für alle weiteren zugesandten, sehr originellen schlagfertigen Antworten.
Für diejenigen, die sich am nächsten Wettbewerb mit einem tollen Spruch beteiligen wollen, mögen das bitte über unsere Homepagetun.
Auch diesmal veranstalten wir für den nächsten Powerletter wieder einen Gewinnspiel für die schlagfertigste uns zugesandte Antwort.
Zu gewinnen gibt’s diesmal das Buch “Nicht auf den Mund gefallen” im Wert von SFr. 36.-
7) Ihre Meinung zu “Basistraining öffentliches Reden”
In meinem Seminar “Präsentieren als Infotainment” stelle ich immer wieder etwas fest: Dieses Seminar richtet sich nicht an Anfänger. Wer grosse Mühe hat vor Publikum zu reden und mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als mit dem Inhalt seines Vortrags, dem entgehen einige der wirksamsten und wertvollsten Tricks, wie man bei einer Rede Faszination auslösen kann. Ich bringe den Leuten das Fliegen bei und gehe davon aus, dass sie bereits über das Krabbeln hinaus sind und laufen können. Ich habe zu öffentlichem Reden geforscht und Dinge herausgefunden, auf die vorher noch keiner gekommen war. Es ist wirklich so! Deshalb halte ich mich mit Basisfertigkeiten nicht mehr auf und gehe davon aus, dass jemand einigermassen stabil vor Leuten reden kann.
Jetzt gibt es aber Teilnehmer, die haben diese Basisfertigkeiten noch nicht erworben, denen geht es eigentlich nur um Routine. Deshalb trage ich mich mit dem Gedanken, ein neues Zweitagesseminar “Basistraining öffentliches Reden” anzubieten. Dieses Seminar ist vor allem für diejenigen gedacht, die Hemmungen vor Publikum abbauen und Routine im Reden bekommen wollen. Bei diesem Zweitagesseminar wird jeder mindestens zehn mal vor Publikum stehen. Ich hätte mir, vor meiner Karriere, als ich vor jeder Rede Horrorzustände erlebte, so einen Kurs immer gewünscht.
Ich bin an Ihrer Meinung interessiert. Wäre das was interessantes für Sie? Wer diesen Seminartyp interessant findet, der schreibe uns doch bitte kurz ein E-mail
Sie helfen mit, ein für Sie feiner abgestimmtes Angebot zu schaffen.
Danke vielmals
Sommerpause
Dies ist der letzte Powerletter vor der Sommerpause. Ich werde Ende Juli für vier Wochen in die USA in den Urlaub fahren. (Unsere Büros sind natürlich trotzdem durchgehend für Sie besetzt.) Das ist, seit Beginn meiner Selbständigkeit 1997, der erste grosse Urlaub, den ich mir gönne. Trotzdem werde ich mit dieser Reise auch Berufliches verquicken. In Amerika werde ich recherchieren, ob es dort jemanden gibt, der das Thema Schlagfertigkeit in den USA als Spezialist Nr. 1 belegt hat. Mit ihm werde Kontakt aufnehmen und einen regen Austausch führen.
Wollen Sie einer der ersten sein, der von den neuen Erkenntnissen profitiert?
Sichern Sie sich heute noch Ihren Platz für die ersten Termine nach der Sommerpause. Anmeldung unter: “Schlagfertig & erfolgreicher”
Hier ist die Anmeldemöglichkeit zum Seminar “Präsentieren als Infotainment”
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!
Matthias Pöhm
P.S.
Wenn Sie Ihre E-mail-Adresse wechseln und Sie wollen weiterhin den Letter erhalten, vergessen Sie nicht, uns Ihre neue E-mail-Adresse mitzuteilen.
Schlagfertige sind erfolgreicher
Filed under: Power-Letter
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