Pöhm´s Power-Letter Nr 14 Januar 2003
Liebe Leser
Hier ist er nun, der Powerletter Januar 2003. Wenn Sie den Powerletter interessant finden, so schicken Sie ihn doch einfach per E-mail an Freunde weiter. Unter www.poehm.com kann sich jeder Interessierte eintragen.
Sie finden 7 Artikel:
1. Präsentieren auf dem Vorderfuss
2. Die selbst erfüllende Prophezeiung
3. Auch Schlagfertigkeitstrainer müssen einstecken
4. Grundhaltungen sind wichtiger als Techniken
5. Testleser gesucht
6. Der regelmässige Angriff
7. Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
1) Präsentieren auf dem Vorderfuss
Wenn ich in meinem Rhetorik-Seminar von idealer Körperhaltung spreche, so erzähle ich immer von einem Politiker, der für mich von der Körperhaltung 100% Vorbildfunktion hat. Es ist Bill Clinton. Er hat die würdevollste Ausstrahlung, die je ein Politiker für mich repräsentiert hat. Hier nun eine Methode, wie Sie sich dieser Körperhaltung möglichst annähern können. Die Position im Raum ist wichtig. So wie ein Hohlspiegel alles Licht genau auf einen Punkt in der Mitte bündelt, so stellen auch Sie sich immer genau in die Mitte des Raumes, als zentraler Energiepunkt für das Publikum. Mental nehmen Sie das Publikum in Besitz.
Dann stellen Sie sich vor, mit dem Rücken an einer Wand zu stehen und achten darauf, dass Ihre Fersen, genauso wie ihr Rücken in seiner ganzen Länge flach an die Wand gedrückt sind. Die Beine sind immer durchgedrückt.
Jetzt konzentrieren Sie sich auf Ihre Füsse. Wo liegt das Gewicht? Liegt es eher hinten auf den Fersen, oder eher vorne auf den Zehen? Bewegen Sie sich jetzt bewusst so, dass Sie mal das Gewicht vorne auf ihren Zehen spüren und ein ander mal das Gewicht hinten auf den Fersen. Und dann tarieren Sie sich so aus, dass Sie ihr Körpergewicht sowohl vorne als auch hinten gleichmässig verteilt spüren. Stellen Sie sich des weiteren vor, dass der Boden aus Metall besteht und jetzt wird ein Elektromagnet in ihren Füssen eingeschaltet, der Sie mit voller Kraft an die Erde zieht. Jetzt stehen Sie ideal: kerzengrade und in sich zentriert. Mit dieser Vorgehensweise haben Sie die grösste Festigkeit und Ausstrahlung. (Da könnte auch George Dabbel-Ju noch was lernen)
Wenn Sie jetzt in Ihrer Rede zu einer Passage kommen, in der Sie eine Aufforderung machen, wo Sie dem Publikum sagen, was zu tun ist, dann verlagern Sie ihr Gewicht auf den Vorderfuss. Damit mutieren Sie körpersprachlich zum Meinungsführer. Versuchen Sie es jetzt einmal selbst. Stehen Sie auf, stellen Sie sich ein Publikum von 100 Leuten vor und sagen mit voller Überzeugung den Test-Satz: “Vergessen Sie alles, was Sie bis jetzt gehört haben”. Sagen Sie diesen Satz einmal mit Gewicht auf den Fersen und ein andermal mit Gewicht auf den Zehen. Sie werden verblüfft sein, welches unterschiedliche Gefühl sich bei Ihnen einstellt.
Bitte jetzt wirklich tun.
2) Die selbst erfüllende Prophezeiung
In den vergangenen Tagen habe ich die letzten Verkaufszahlen meines Buches “Nicht auf den Mund gefallen” bekommen und als ich die Verkaufszahlen aller Lizenzdrucke zusammenzählte, habe ich laut aufgeschrieen. “Yeah, es hat geklappt”. Meine Autosuggestion und meine selbst erfüllende Prophezeiung sind in Erfüllung gegangen. Hier noch einmal die Passage in meinem Buch, die ich Anfang 1998 bereits schrieb:
“… Ratgeberbücher wie dieses hier, das Sie gerade lesen, sind ein Erfolg, wenn sie eine Auflage von 5.000 bis 6.000 Büchern erreichen. Ich habe in meinem Leben noch nie ein Buch veröffentlicht. Dieses hier ist mein allererstes. Während ich diese Zeilen hier schreibe, höre ich eine Kassette, auf der alle paar Minuten folgender Satz zwischen den französischen Texten zu hören ist: „Mein Schlagfertigkeitsbuch verkauft sich mehr als 100.000 Mal. Mein Schlagfertigkeitsbuch verkauft sich mehr als 100.000 Mal. Mein Schlagfertigkeitsbuch verkauft sich mehr als 100.000 Mal.“ Diese Botschaft höre ich täglich einige Hundert Mal.
Liebe Leser, Sie können nun mitverfolgen, wie sich das in die Realität umsetzt. Während ich hier schreibe, ist ja noch kein einziges Buch verkauft. Ich schaffe mir meine eigene zukünftige Realität durch eine Suggestion. Ich höre diese Botschaft den ganzen Tag, das verankert sich in meinem Unterbewusstsein, und mein Unterbewusstsein wird dieses Bild wahrmachen: die bekannte sich selbst erfüllende Prophezeiung….”
Und jetzt das Ergebnis fast fünf Jahre später: Es sind im Moment 103´000 Bücher verkauft worden. Wenn man die Auflage zählt (das sind die Anzahl Bücher, die gedruckt worden sind) dann sind es sogar 127´000 Bücher. Für einen Neu-Autor nicht schlecht. Wenn man die verkauften Bücher aufeinander stapeln würde, dann wäre der Turm 2´500 Meter hoch. (Ein Bücherstapel von Zermatt, bis knapp an die Spitze des Matterhorns) Das Buch wird jetzt sogar ins Koreanische übersetzt.
Der Verlag sagte mir, dass ich auch mit dem aktuellen Buch, “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit” wieder der Nr.1 Spitzen-Seller in Ihrem jetzigen Programm bin. Und da sind noch einige wohlklingende Autorennamen mit im Programm: Bodo Schäfer, Vera Birkenbihl, Brian Tracy, Lothar Seiwert, u.s.w.
Lernen Sie daraus: Es braucht Geduld. Aber, wenn Sie etwas beschliessen und Sie glauben daran, oder sie wiederholen es immer wieder, wie ich’s mit der Kassettenmethode gemacht habe, dann geht es gar nicht anders, als dass das Schicksal Ihnen Ihr Bild wahrmacht. Im Buch “Nicht auf den Mund gefallen” ab Seite 47 ist die Methode beschrieben.
Das Leben ist schön!
3) Auch Schlagfertigkeitstrainer müssen einstecken
Ich hatte kürzlich Christine, eine alte Bekannte aus München besucht. Mein Auto hat einen Distanzmelder, der durch Piepsen darauf aufmerksam macht, wie weit man beim Rückwärts einparken vom Hindernis entfernt ist. Christine sass auf dem Beifahrersitz und folgender Dialog entstand:
Christine: “Was ist denn das für ein Piepser?”
Ich: “Der meldet, wenn jemand Bescheuertes im Auto sitzt.”
Christine: “Da müsste er ja bei dir die ganze Zeit piepsen”
4) Grundhaltungen sind wichtiger als Techniken
Schlagfertigkeit hat viel mit dem Leben zu tun. Sie müssen nicht jedem gefallen, mit dem was Sie tun. Es ist völlig OK, wenn einmal eine Antwort “in die Hose geht”. Es ist völlig OK, wenn einmal jemand “Ihre Art” nicht gut findet. Es ist völlig OK, wenn Ihnen jemand sagt, dass das, was Sie da vorhaben niemals klappt. Bleiben Sie trotzdem dran. Die nächste Antwort könnte klappen. Nur Übung macht den Meister. Ein Hochspringer hört nicht auf zu Üben, nur weil er einmal die Latte reisst. Es muss nicht alles gut gehen, es muss nicht jeder an jeder Stelle applaudieren, bei dem was Sie sagen und tun. Das gilt für die Schlagfertigkeit, genauso wie auch für jeden anderen Bereich des Lebens.
Stellen Sie sich einmal vor dem Spiegel und sagen mit lauter Stimme: “Ich bin gut. Jeder der mit mir zu tun haben darf, darf sich glücklich schätzen.” Wiederholen Sie es so oft, bis Sie wirklich daran glauben. Wenn Sie das schaffen, dann könnten Sie, nur mit dieser Grundeinstellung, ein Grossteil der bedrohlichen Gesprächssituationen bereits aus dem hohlen Bauch heraus meistern – ohne irgend eine Technik. Versuchen Sie mal mit dieser Grundhaltung eine Antwort auf folgenden Vorwurf zu geben:
- Bei Ihnen war gestern Abend ja der Teufel los!
Lesen Sie jetzt bitte nicht weiter. Halten Sie inne und versuchen tatsächlich eine Antwort selbst zu formulieren.
Eine Antwort könnte etwa lauten.
- Klar bei dem Gastgeber
Da spricht ein gesundes Selbstwertgefühl. Trauen Sie sich selbstbewusst aufzutreten.
5) Testleser gesucht
Wer unter meinen Powerletter-Lesern liest gerne und hat ein Auge für flotte Texte? Der- oder diejenige soll sich bitte bei uns melden. Wir suchen mehrere freiwillige Test-Leser, die uns ihre Einschätzung zu einem Buch geben. Schreiben Sie uns doch ein email mit dem Stichwort “Testleser” in der Betreffzeile.
6) Der regelmässige Angriff
Im letzten Powerletter haben wir, wie immer, einen Angriff veröffentlicht, auf den Sie liebe Leser, eine schlagfertige Erwiderung finden konnten. Hier noch einmal die Situation:
Ein Mann sagt im Büro beim Hereinkommen zu einer Kollegin: “Na du Hübsche”. Ein Nebenstehender wirft verächtlich ein: “Wieso hübsch?”.
Wir haben wieder eine Unzahl von Antworten zugeschickt bekommen. Vielen Dank. Die Auslese ist sehr schwierig gewesen.
Ausgewählt haben wir folgende Antwort:
Sandra Herzog
“Zum Glück gibt’s Menschen wie Sie einer sind, sonst wären ja die armen Blindenhunde arbeitslos und müssten eingeschläfert werden!”
Hier noch weitere Antworten, die gleich gut waren. Bei 80 Zusendungen fiel die Auswahl sehr schwer:
Reto Rüegg
“Weil es das offensichtlichste Attribut ist, welches mich von dir unterscheidet und somit keine Verwechslungen entstehen!”
Werner Deutsch
” Ja, da kann man nichts machen. Das sind die Gene.”
Roger Derungs
“Neben einer Klobürste wirke ich halt wie ein Pfau”
Thomas Steiner
“Er hat nicht Sie gemeint, sondern mich.”
Sehr, sehr viele Antworten waren ähnlich wie die obige Antwort. Das “Wieso Hübsch?” war nicht eindeutig auf eine Person bezogen, da kann man die Frage so ummünzen, als ob der Angreifer sich selbst gemeint hat. Das können Sie universell für viele Angriffe benutzen. Die Details dieser Strategie sind auch im neuen Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit” beschrieben.
Wir publizieren in jedem Powerletter jeweils einen Angriff, auf den Sie, liebe Leser, uns dann eine mögliche Antwort zuschicken können. Die originellste Antwort wird prämiert.
Hier ist der neueste Angriff, auf den Sie uns eine Erwiderung schicken sollen:
Ein betagter Herr aus dem Seniorenheim geht mit einer Betreuerin spazieren. Plötzlich sagt die Betreuerin mit verzogenem Mundwinkel: “Halten Sie´s für angemessen ständig den jungen Frauen nachzuschauen!?”
Was würden Sie als Betroffener antworten?
Schicken Sie uns eine mögliche Antwort.
eine mögliche Antwort mit dem Stichwort “Antwort zu Powerletter 14″ in der Betreffzeile.
7) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
Vielen Dank für die vielen, uns zugeschickten, schlagfertigen Begebenheiten. Es werden immer mehr. Leider müssen wir auch sehr, sehr gute Geschichten aussortieren.
Wir haben wieder zwei Sieger auserkoren.
1. Sieger: Michaela von Gordon
Meine Freundin und ich kamen in einem Blumenladen in ein Wortgefecht wegen eines Präsent-Strauss für eine Arbeitskollegin. Meine Freundin:
“Und wenn wir uns nicht einigen können, dann boxen wir das halt aus!”
Daraufhin mischte sich die Geschäftsinhaberin ein und sagte zu uns:
“Da sind Sie hier an der richtigen Adresse. Wir binden auch Trauerkränze.”
2. Sieger: Marco Schmöller
Geschehen bei meiner Tätigkeit als Verkäufer in einem Tabakladen:
Kunde zündet sich im Laden eine Zigarette an. Freundlicherweise auf das Rauchverbot hingewiesen, kam die Antwort: “Wieso, sie verkaufen hier doch Zigaretten, wieso soll ich dann nicht rauchen dürfen… ?” Antwort von einer unserer Verkäuferinnen: “Na und, wir verkaufen auch Kondome, und … sehen Sie hier jemanden Sex machen ?”
Die beiden Gewinner erhalten als Preis das Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit” im Wert von SFr. 36.00
Wir drucken hier aber noch weitere gelungene Antworten ab:
Claudio N.
Der Angriff: “Toilettenpapier ist nicht zum Nase reinigen, sondern um sich den Arsch zu wischen!”
Meine Antwort: “Mach ich ja”
Yrsa Baehr
Eine Autofahrt von München nach Nürnberg. Es stürmt!
Mein Kollege über mein Auto: “Ich hoffe, dass es der alte Bock hier noch bis nach Hause schafft”.
Ich: “Seit wann redest Du von Dir in der dritten Person?”
Robert Stortz
Bei einem Seminar über die Klientenzentrierte Gesprächsführung in der Fachhochschule Frankfurt, mußte ein Kommilitone von mir dauernd das Versuchskaninchen spielen, so dass er irgendwann sagte: “Allein dafür müßte ich schon einen Schein bekommen!”
Darauf die Professorin lächelnd: “Der Schein trügt!”
Esther Bezzola
Gestern kam der Chef in das Büro, wo meine Kollegin und ich arbeiten. Er sagte, hmm, was duftet da so frisch. Ich antwortete: “habe mir die Zähne wieder einmal geputzt”.
Die Auswahl ist uns schwer gefallen. Vielen Dank für alle weiteren zugesandten, sehr originellen schlagfertigen Antworten.
Für diejenigen, die sich am nächsten Wettbewerb mit einem tollen Spruch beteiligen wollen, mögen das bitte über unsere Homepagetun.
Auch diesmal veranstalten wir für den nächsten Powerletter wieder einen Gewinnspiel für die schlagfertigste uns zugesandte Antwort.
Zu gewinnen gibt´s das brandneue Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit”, im Wert von SFr. 36.00
Nie wieder sprachlos. Lernen Sie, direkt eine Antwort zu finden und nicht erst eine Stunde danach. Anmeldung zum Seminar unter:“Schlagfertig & erfolgreicher”
Reden Sie vor Publikum so, dass Ihnen die Leute fasziniert an den Lippen kleben.
Hier ist die Anmeldemöglichkeit zum Seminar: “Präsentieren als Infotainment“
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!
Matthias Pöhm
P.S.
Wenn Sie Ihre E-mail-Adresse wechseln und Sie wollen weiterhin den Letter erhalten, vergessen Sie nicht, uns Ihre neue E-mail-Adresse mitzuteilen.
Schlagfertige sind erfolgreicher
Filed under: Power-Letter
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