Liebe Leser

Hier ist er nun, der Powerletter April 2003. Wenn Sie den Powerletter interessant finden, so schicken Sie ihn doch einfach per E-mail an Freunde weiter. Unter www.poehm.com kann sich jeder Interessierte eintragen.

Sie finden 5 Artikel:

1. Die Feststellungsfrage

2. Wer in der Beziehung angelogen wird, ist selbst schuld

3. Seminar in Wien

4. Der regelmässige Angriff

5. Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel

1) Die Feststellungsfrage

Liebe Leser, bitte versuchen Sie bitte mal folgende Fragen zu beantworten:

  • Bis jetzt hat noch niemand gemerkt dass Sie nicht gut sind in Ihrem Beruf. Wie viele Arbeitsstellen hatten Sie bis jetzt?

Die ist eine der raffiniertesten Fragearten. Was passiert da? Sie machen eine Aussage, und kleben direkt dahinter eine Frage. Der Mensch hat Tendenz, nur die Frage zu beantworten und die Aussage unwidersprochen stehen zu lassen.

“Bis jetzt hat noch niemand gemerkt dass Sie nicht gut sind in Ihrem Beruf.” Das ist die Aussage. Und jetzt die Frage dahinter: “Wie viele Arbeitsstellen hatten Sie bis jetzt?” Wenn Sie nur die Frage beantworten, haben Sie damit akzeptiert, dass Sie in Ihrem Beruf eine Niete sind.

  • Sie wirken nervös Herr Müller. Was hat Sie unsicher gemacht?

Im Aussageteil wurde hier eine negative Aussage gemacht und im Frageteil eine neutrale Frage gestellt. Das verleitet dazu, auf den vermeintlich einfacheren Teil, auf die Frage, einzusteigen. Man kann das noch verschärfen, indem man eine negative Aussage macht, und eine positiv gefärbte Frage verführerisch dahinter stellt.

  • Das Sie sich in dieser Fragestellung nicht auskennen sieht man. Bei welchem Thema, sind Sie Experte?

Journalisten wenden das häufig an, wenn Sie Interviewpartner aufs Glatteis führen wollen.

Natürlich können Sie jetzt auch eine positiv – positiv Feststellungsfrage machen.

  • Man sieht, Sie sind ein Typ, der mitten im Leben steht. Was ist das Geheimnis ihres Erfolges?

Hier wird die Aussage natürlich viel bereitwilliger akzeptiert. Aber auch hier ordnen Sie dem Gesprächspartner eine von ihnen bestimmte Rolle zu, aus der heraus er dann antwortet.

Und nun die Anwendung, wie Sie Feststellungsfragen im beruflichen Alltag einsetzen können: Machen Sie eine steuernde Aussage, bevor Sie Ihre Frage stellen.

Üblicherweise werden 12 bestellt. Wieviel möchten Sie?

Die Tendenz jetzt was in der Nähe von 12 zu antworten, ist ziemlich gestiegen.

Ich möchte Ihnen mal den Unterschied zwischen einer Frage ohne vorhergehender Aussage und einer Frage mit vorheriger steuernder Aussage, an einem Beispiel deutlich machen.

Wenn Sie ein Auto kaufen wollen, dann können Sie den Händler fragen.

  • Gibt’s bei Ihnen Barzahlungsrabatt?

Oder aber Sie können sagen.

  • Bei allen anderen Händlern wurde mir ein Barzahlungsrabatt zwischen 5 un 15% geboten. Wie hoch ist der Rabatt bei Ihnen?

Bei einem der grössten Speiseeisproduzenten Deutschlands hielt ich ein Firmenseminar. Als wir zu diesem Themenkomplex kamen, zog der Ausbildungsleiter interessiert seine Augenbraue hoch. Bei diesem Eisfabrikanten werden pro Jahr 6 Millionen (!)Telefonate mit Gastrobetrieben, Händlern…u.s.w geführt, ob sie nicht neues Eis nachbestellen wollen. Jetzt haben wir da die Frageart geändert. Anstatt zu fragen: “Brauchen Sie wieder neues Eis?” machen die statt dessen jetzt eine Feststellungsfrage in der Art: “Fast alle Unsere A-Kunden bestellen vor allem das neue XY Angebot Grosspackung. Welche Bestellung darf ich für Sie aufnehmen?”
Machen Sie mal 6 Millionen Anrufe in der ersten Version und 6 Millionen Anrufe in der zweiten Version und schauen Sie sich das Ergebnis an. Da lohnt sich jede Investition für eine firmeninterne Schulung.

2) Wer in der Beziehung angelogen wird, ist selbst schuld

Saddam Hussein ist ein grausamer Diktator. Alle Diktatoren haben die Tendenz ihre Umgebung dazu zu bringen, aus Angst vor dem Zorn des Diktators, ihnen eine Welt zu schildern, die deren Wunsch entspricht, die aber von der Realität oft meilenweit entfernt ist. Auch in der ehemaligen DDR war alle Macht im Staat auf Erich Honnecker konzentriert. Seine Wutausbrüche, wenn nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert wurden, waren legendär. Er selbst lebte mit seinen Politbüromitgliedern in einer abgeschotteten Siedlung am Wannsee, mit eigenen Geschäften, in denen jeder Luxus zu haben war. Wenn er ab und zu mit einer Eskorte eine Autotour durch sein Land unternahm, um zu sehen, ob beim gemeinen Volk Mangel herrscht, wurden an der Route kurz vorher die Häuser neu gestrichen. Man baute künstliche Obstläden mit gut sichtbaren Bananen im Angebot auf. Weil es aber in der DDR zu wenig Bananen gab, wurden die Bananen, sobald Honnecker mit seinem Auto vorbei war, in ein Auto geladen, schnell über Feldwege in das nächste Dorf entlang der Route gebracht und dort beim nächsten Obstladen wieder in die Auslagen gelegt. Honnecker glaubte bis zum Schluss, seiner Bevölkerung gehe es blendend. Sein Wunsch wurde ihm als Realität vorgegaukelt.
Genau so läuft es aber auch in den meisten Beziehungen. Wer angelogen wird, ist selbst schuld. Es müssen keine Wutausbrüche sein, die den anderen dazu bringen ihnen eine “Wunschrealität” zu schildern, dazu reichen schon mit negativen Gefühlen vorgetragene Verurteilungen oder eine mit Pathos zur Schau getragene Enttäuschung. Das ist ein urmenschliches Verhalten. Durch Verurteilen verhindern Sie die Dinge nicht, Sie erreichen nur, dass man sie ihnen verschweigt. Wenn Sie ihrem Partner eine Szene machen, weil er Dinge tut, die Sie verabscheuen, werden Sie einfach nicht mehr die Wahrheit erfahren. Wenn Sie ihrem Partner sagen, gewisse sexuelle Praktiken finden Sie abstossend, werden Sie einfach nicht mehr die Wahrheit erfahren. Wenn Sie ihrem Partner entrüstet vorgeben, dass Sie gewisse Bedürfnisse schrecklich finden, werden Sie einfach nicht mehr die Wahrheit erfahren. Wenn Sie Ihren Partner sagen, Fremd gehen ist für Sie Verrat und bedeutet das Ende der Beziehung, werden Sie einfach nicht mehr die Wahrheit erfahren. Irgendwann sind beide nur noch Akteure in einer Seifenoper und sie lieben den anderen nur wegen seiner Darstellung. Gewissensfrage an Sie: Könnte Ihr Partner all ihre Gedanken aufgeschrieben sehen, ohne zu erstaunen oder gar zu erschrecken? In den meisten Beziehungen lautet die Antwort: NIEMALS: Dort wird das gewünschte Ideal als Realität verkauft. Jeder spielt dem anderen etwas vor und beide halten es für das echte Leben. Lieben Sie die Menschen, wie sie wirklich sind und nicht so, wie Sie sie sich wünschen – und Sie werden bessere Beziehungen erleben.

3) Seminar in Wien

“Ihr Seminar war der Hammer” – Das ist ein Zitat aus einem von vielen unaufgefordert zugeschickten emails nach dem Seminar “Schlagfertig & erfolgreicher”. Für alle Österreicher, die noch nicht die Gelegenheit hatten das Schlagfertigkeitsseminar zu besuchen, ist jetzt die günstige Chance das am Sonntag den 27. April 03 zu tun. Es sind noch wenige Plätze frei. Wer sich zum Seminar anmelden möchte, kann das HIER tun.

4) Der regelmässige Angriff

Im letzten Powerletter haben wir, wie immer, einen Angriff veröffentlicht, auf den Sie liebe Leser, eine schlagfertige Erwiderung finden konnten. Hier noch einmal die Situation:

Ein 13-jähriges Mädchen, das sich vegetarisch ernährt und sehr schlank ist, wird von ihren Schulkameraden immer gehänselt: “Du Birchermüslifresser!”

Vielen Dank für die vielen Zuschriften. Die Auslese ist sehr schwierig gewesen.

Ausgewählt haben wir folgende Antwort:

Markus Vieweger

“Was tut man nicht alles, um nicht so auszusehen wie Du …”

Viele der uns zugeschickten Antworten gleichen sich. Wir publizieren daher immer diejenige, die zuerst bei uns ankam. Hier noch weitere Antworten, die gleich gut waren:

Irina Keller

“Müsli macht gesund, schön und klug. Man merkt gleich, dass du keines magst.”

Dirk Kreuter

“Möchtest Du auch eine Schüssel?”

Markus Vieweger

“Na, an Dir hat der Schweinsbraten aber auch seine Spuren hinterlassen”

Herr Reinegger

“Noch ein Wort und Du kannst mit deinen Zähnen nicht einmal mehr Birchermüesli essen”

Hier ist der neueste Angriff, auf den Sie uns eine Erwiderung schicken sollen:

Nachdem er einen Fehler in der Arbeit eines jüngeren Kollegen entdeckt hat, faucht ihn der altgediente Mitarbeiter im Büro an:

“Ich frag mich, warum Sie dich eigentlich angestellt haben?”

Was würden Sie als Betroffener antworten?

Schicken Sie uns eine mögliche Antwort.

5) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel

Wir prämieren hier an dieser Stelle immer eine uns geschilderte schlagfertige Situation. Vielen Dank für die vielen, uns zugeschickten, schlagfertigen Begebenheiten. Leider müssen wir auch sehr gute Geschichten aussortieren.
Wir haben wieder zwei Sieger auserkoren.

1. Sieger:  Rolf Heuberger

Ein Kollege den ich nicht sehr gut mag, sprach mit einem anderen über Tim. Dieser Kollege sagt dann zum anderen: “Nur dumm, dass ich Tim persönlich kenne!” Ich erwiderte: “Stimmt, das findet Tim auch dumm.”

2. Sieger: FM Schenker

Es war in der Abiturklasse in Mathematikunterricht. Der Lehrer schreibt eine Formel an die Tafel und ruft Schüler X auf: “Wie gehen Sie vor?” Schüler X antwortet wie aus der Pistole geschossen: “Ich nagele mir ein Brett ans Knie und behaupte es ist mein Eichhörnchen!” Der Lehrkörper ist sekundenlang sprachlos – dann wendet er sich an den Nachbarn von Schüler X und bellt: “Was sagen SIE dazu!” Die Antwort kam prompt: “Ich schliesse mich der Meinung meines Vorredners an”
Danach brach aus uns Schülern ein Orkan an Gelächter hervor.

Die beiden Gewinner erhalten als Preis das Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit” im Wert von SFr. 36.00

Kerstin Dieterich

Als ich noch in der Gastronomie arbeitete, hat meine Kollegin an der Tagesgericht-Tafel Lachsteak statt Lachssteak geschrieben, daraufhin wies mich ein Gast auf den Schreibfehler hin. Ich antwortete: “Nein das ist nicht falsch geschrieben, sondern das heißt wirklich Lach-Steak, denn der Kellner bringt ihnen das Steak und lacht dazu.”
Das Gast war total begeistert und fragte, ob wir solche Schlagfertigkeit lernen würden….

Margrith Bisig

Ich bin zweimal Geschieden! Einmal hatte ich Besuch und zeigte Fotos aus den Hochzeitsalben. Eine aus der Runde fragte: “wieso warst du 2x verheiratet?”. Darauf ich: “ich sammle eben Hochzeitsfotos!!”

Die Auswahl ist uns schwer gefallen. Vielen Dank für alle weiteren zugesandten, sehr originellen schlagfertigen Antworten.

Für diejenigen, die sich am nächsten Wettbewerb mit einem tollen Spruch beteiligen wollen, mögen das bitte über unsere Homepagetun.

Auch diesmal veranstalten wir für den nächsten Powerletter wieder einen Gewinnspiel für die schlagfertigste uns zugesandte Antwort.

Zu gewinnen gibt´s das  Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit”, im Wert von SFr. 36.00

Nie wieder sprachlos. Lernen Sie, direkt eine Antwort zu finden und nicht erst eine Stunde danach. Anmeldung zum Seminar unter:“Schlagfertig & erfolgreicher”

Reden Sie vor Publikum so, dass Ihnen die Leute fasziniert an den Lippen kleben.

Hier ist die Anmeldemöglichkeit zum Seminar: “Präsentieren als Infotainment”

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!

Matthias Pöhm

P.S.
Wenn Sie Ihre E-mail-Adresse wechseln und Sie wollen weiterhin den Letter erhalten, vergessen Sie nicht, uns Ihre neue E-mail-Adresse mitzuteilen.

Schlagfertige sind erfolgreicher

Filed under: Power-Letter

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