Pöhm´s Power-Letter Nr 18 Juli 2003
Liebe Leser
Hier ist er nun, der Powerletter Juli 2003.
Wenn Sie ihn interessant finden, schicken Sie ihn bitte per E-mail an Freunde weiter. Unter www.poehm.com kann sich jeder Interessierte eintragen.
Er enthält sieben Kapitel:
- Die Kunst Nein zu sagen
- Die Kunst Ja zu sagen
- Vertrauen in die Mitarbeiter
- Vertrauen in der Partnerschaft
- Dr. Michael Spitzbart
- Der regelmässige Angriff
- Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
1) Die Kunst Nein zu sagen
“Du, ich muss heute Abend noch dringend wichtige Erledigungen machen. Könntest du nicht ausnahmsweise für mich heute bis acht Uhr im Büro bleiben?” Der bettelnde Blick ihres Kollegen trifft Sie. Ihre Gedanken laufen. “Schon WIEDER. Der soll sein Zeug gefälligst wie alle anderen dann erledigen, wenn er keinen Spät-Dienst hat.” Sie sagen jedoch: “Eigentlich nicht so gern, aber wenn´s denn sein muss mach ich´s halt für dich”. Die ganze Zeit, die Sie bis 20 Uhr gegen ihren Willen absitzen, grämt Sie der Gedanke, wieder mal Ja gesagt zu haben obwohl Sie sich doch vorgenommen hatten, beim nächsten Mal einfach Nein zu sagen.
Jeder Mensch hat solche Situationen schon einmal erlebt. Nein zu sagen ist eigentlich einfach, man muss es sich zunächst nur vornehmen. Folgenden Tipp gebe ich Ihnen. Treffen Sie jetzt die Entscheidung beim nächsten mal, wenn Sie wieder so eine Situation erleben einfach Nein zu sagen, auch entgegen ihrer Unsicherheit. Sagen Sie mit Bestimmtheit “Nein” und danach geben Sie eine Begründung. Das simple Nein, ohne Begründung klingt sehr schroff. Im Falle des netten Kollegen könnten Sie etwa sagen: “Nein, ich werde nicht bis 20 Uhr dableiben. Mir ist mein Feierabend wichtig. Du musst eine andere Lösung finden”. Haben Sie bemerkt, dass ich nicht gesagt habe: “Tut mir leid, ich würds ja tun, aber ich habe auch schon heute Abend was vor” das wäre nämlich in neun von zehn Fällen gelogen. Das ist das, was die meisten tun. Das ist feige und macht Sie nicht zufrieden. Sagen Sie die Wahrheit und keine erfundenen Ausreden. Das verhindert erstens, dass der andere beim nächsten mal wieder kommt und hat zweitens erstaunlicherweise für beide eine bessere Wirkung als die (meistens sowieso durchschaute) Ausrede. Ich habe verschiedene Formulierungen getestet und bin auf folgende einleitenden Satz gestossen, mit dem Sie höflich und trotzdem bestimmt wirken. Sagen Sie: “Nein, und ich sag dir auch warum,….” Und dann ergänzen Sie die Begründung, die der Wahrheit entspricht.
Testen Sie das doch bitte jetzt gleich mal mit einem Menschen ihres Vertrauens. Der soll Sie um etwas bitten, wo Sie normalerweise widerwillig Ja sagen, aber diesmal sagen Sie mit klarem Blick “Nein, und ich sag die auch warum…” Sie werden sehen, das fühlt sich gut an.
2) Die Kunst Ja zu sagen
Das heisst jetzt natürlich nicht, dass Sie bei jeder Bitte immer Nein sagen sollen. Aber wenn Sie zögern, dann gibt es nur ein ganz klares Nein oder aber ein ganz klares Ja. Wenn Sie Nein sagen, dann tun Sie´s klar und ohne Weichmacherformulierungen wie “eigentlich” oder “ich finde”. Das Selbe machen Sie aber auch, wenn Sie helfen wollen, dann bitte immer mit einem klaren Ja aus vollem Herzen, selbst wenn Sie schwanken. Sagen Sie noch zusätzlich: “…Mach ich gerne für dich”. Das Schlimmste, was Sie machen können ist: “Eigentlich nicht so gerne, aber ich mach´s trotzdem”. Jetzt hat der Bittsteller ´ne schlecht Laune, Sie haben ´ne schlechte Laune und Sie erledigen die Arbeit mit Missmut und mit entsprechend vielen Fehlern. Wenn Sie dem Bittsteller nachgeben wollen, dann sagen Sie Ja mit vollem Herzen und ohne Einschränkungen. Sagen Sie anschliessend auch, dass Sie´s gerne machen, denn dann machen Sie es erstaunlicherweise auch viel lieber, weil Sie sich ihren eigenen Worten verpflichtet fühlen. Beide haben ein besseres Gefühl dabei.
3) Vertrauen in die Mitarbeiter
Im Moment lese ich grade das Buch von Reinhard K. Sprenger “Vertrauen führt”. Er plädiert darin für absolutes Vertrauen in seine Mitarbeiter. Und zwar Vertrauen als Vorschuss, ohne dass man weiss, ob der andere es auch erfüllen wird. Wenn Sie Vertrauen geben, flutet es zurück. Je mehr Sie die Mitarbeiter kontrollieren, je mehr Regeln Sie aufstellen, desto mehr verlieren diese die innere Bindung zu ihrer Firma. Loyalität kann man nicht vertraglich festlegen, Loyalität entsteht durch Vertrauen in die Mitarbeiter. Ein als Vorleistung gegebenes Vertrauen kommt wie ein Bumerang zurück. Das selbe gilt leider auch für das Misstrauen.
Zielvereinbarungen hingegen sind aus Misstrauen geboren. Sie wurden erfunden, als man keinen Sichtkontakt mehr hatte, weil man etwas schriftliches brauchte um besser Belohnen und Bestrafen zu können.
Bekanntlich fördert Kontrolle lediglich die Kreativität des Kontrollierten, die Kontrolle möglichst wirkungsvoll auszuhebeln. Das können Sie eindrücklich an der Steuergesetzgebung beobachten. Je mehr Regeln aufgestellt werden, desto tiefer sinkt die Steuermoral. Gefühlsgebundene, auf Vertrauen basierende Vereinbarungen halten weit aus besser als niedergeschriebene Verträge. Es ist ein Irrtum zu glauben, man könne mit Fesseln – seien Sie aus Eisen, Geld oder Papier – einen Menschen binden. Was man festhält flieht – was man loslässt bleibt.
4) Vertrauen in der Partnerschaft
Reinhard K. Sprenger widmet ein Kapitel der Ehe. Ich war getroffen, als ich das las. Er überträgt die Regeln für das Vertrauen von Führungskräften in ihre Mitarbeiter auf die Heirat. Er schreibt:
“Betrachten wir die Ehe nüchtern, so ist dieses Netz an Ge- und Verboten sowie wechselseitigen Ausbeutungsrechten im Wesentlichen aus Angst geboren. Angst, dass das Gefühlsband nicht stark genug ist. Ehe wurde für schlechte Zeiten erfunden. Kann es sein, dass wir die Basis für lebenslange Partnerschaft durch die Ehe nicht erzeugen, sondern schwächen? Meine These ist: Bei der Heirat wird kein Vertrauen gegeben, sondern Vertrauen zerstört. Eine verdeckte psychologische Dynamik untergräbt, was sie beschwört. Vertrauen bindet weit mehr, als ein ausdrücklicher Vertrag je könnte. Ein Paar ohne vertragliche Vereinbarung muss sich umeinander bemühen, ein Paar mit der Garantie des Eheversprechens fordert lediglich deren Einhaltung. Wenn Sie Ihrem eigenen Wert nicht trauen, wenn Sie nicht glauben, dass der andere um ihrer selbst willen bei Ihnen bleibt, dann fesseln Sie. Ehe erzeugt nicht Sicherheit sondern verhindert sie. Liebe ist ein zärtliches Band, niemals eine Fessel.”
Wenn Sie das Buch “Vertrauen führt” selber lesen möchten, so können Sie es gleich direkt über unsere Homepage bestellen. Klicken Sie einfach hier .
5) Dr. Michael Spitzbart
Zu den wenigen Trainern in der Trainerlandschaft, von denen ich wirklich überzeugt bin, gehört Dr. Michael Spitzbart. Sein Thema ist Gesundheit und Fitness. Er ist ein brillanter Redner, schreibt hervorragende Bücher und hält ausgezeichnete Seminare. Durch ihn bin ich zum regelmässigen Läufer geworden und habe meine Ernährung umgestellt. Genauso wie ich, gibt auch er in regelmässigen Abständen einen Email-Newsletter heraus mit wertvollen Tipps zum Thema Gesundheit und Ernährung. Wer von meinen Lesern diesen Letter kostenlos abonnieren will, kann das über die diesen Link hier tun.
6) Der regelmässige Angriff
Im letzten Powerletter haben wir wie immer einen Angriff veröffentlicht, auf den Sie, liebe Leser, eine schlagfertige Erwiderung finden konnten. Hier noch einmal die Situation:
Während eines Meetings kommentiert ein Mann die Ausführungen der Kollegin:
“Es gibt nichts Unerträglicheres als Karriereweiber.”
Vielen Dank für die vielen Zuschriften. Die Auslese ist sehr schwierig gewesen.
Ausgewählt haben wir folgende Antwort:
René Hartmann
Doch, Karrieremänner!
Viele Antworten gleichen sich. Wir publizieren daher immer diejenige, die zuerst bei uns ankam. Hier noch weitere Antworten, die auch sehr gut waren:
Irina Müller
Warum? Ist es schwer für Sie mitzuhalten?
Frank Mortensen
Ich bin sicher, wir finden für Sie eine geeignete Selbsthilfegruppe.
Tamara Lenga
Doch, gibt es – und es sitzt genau vor mir.
Brigitte Kolbinger
Toll, dass es noch “Männer” gibt, die Neid wirklich zeigen können..
Es gab auch Antworten, die nicht zum Schmunzeln sind, die aber präzise Statements darstellen. Hier eine zur Auswahl:
Claudia Krücken
Schön! Möchten Sie dem Kreis hier noch weitere Ihrer persönlichen Probleme kommunizieren? <kleine pause> Nein? Dann fahre ich jetzt fort.
Hier nun der neueste Angriff, auf den Sie uns eine Erwiderung schicken sollen:
Der Chef beäugt Sie am Morgen mit kritischen Blick: “Ihre Kleidung entspricht nicht der Geschäftsphilosophie!”
Was würden Sie als Betroffener antworten?
Schicken Sie uns unter
Schicken Sie uns eine mögliche Antwort.
7) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
Wir prämieren hier an dieser Stelle immer eine uns geschilderte schlagfertige Situation. Vielen Dank für die über 60 eingesandten Geschichten. Leider mussten wir auch sehr gute Geschichten aussortieren.
1. Sieger: Martina Maier
Ich stand im Supermarkt in einer Schlange an der Wursttheke. Da kam eine Frau und fragte, ob wir alle tatsächlich Wurst kaufen wollten. Meine Antwort: “Nein, wir haben uns hier zur Polonaise aufgestellt.”
2. Sieger: Michael Speth
“Kannst Du den Job für mich erledigen?”
“Nein, aber ich kann Dir sagen, wie spät es jetzt ist!”
Es waren diesmal so viele gute Geschichten dabei, dass ich Ihnen diesmal, liebe Leser, zur Ferienzeit etwas mehr Leselektüre biete. Hier noch fünf weitere Geschichten, die uns gefallen haben:
Jens Strecker
Sie: “Möchtest Du auch einen Kaugummi?”
Er: “Ne Danke! Ich muss noch fahren!”
Bettina Hersberger
Kürzlich habe ich mir besonders viel Zeit genommen, um mich zurecht zu machen für die Arbeit. Ich sagte zu meiner 12-jährigen Tochter: Heute fragen mich bestimmt einige, ob ich heute Abend was besonderes vor hätte. Darauf meine Tochter: ‘Dann antwortest Du einfach: “Nö, ich sehe immer so gut aus!”.
Michael Ihringer
Am letzten Messetag hatten wir noch so viel Promotion-Material übrig, dass wir es auf den Gängen verteilten. Ein Vertriebskollege postierte sich sogar am Fuss der Rolltreppe und drückte jedem Passanten einen Prospekt mit dem Spruch in die Hand: “Ihr Ticket für die Rolltreppe”. Ein Messebesucher lehnte den Prospekt mit den Worten ab: “Danke, aber ich fahre immer schwarz.”
Andreas Kintzel
Ich bin Polizeibeamter in Hamburg. Ende der 80ger Jahre waren die besetzten Häuser in der St. Pauli Hafenstraße noch ein großes Thema in Hamburg. Bei einem Dienst in HH- Niendorf wurde ich beim Strafzettel schreiben von einem Anwohner angesprochen: “Hier schreiben Sie Strafzettel und in der Hafenstraße passiert gar nix!” Meine Antwort: “Da war ich schon, aber die parken alle richtig”
Dieter Schreiber
Es war 1984. Mein damaliger Chef behandelte seinen Teilhaber und die Mitarbeiter wie den letzten Dreck. Eines Tages rief er mich in sein Büro und nörgelte wie üblich verletzend rum. Ich kochte innerlich auf und plötzlich wurde mir klar, dass ich dort nicht mehr arbeiten wollte. Irgendwann sagte er: “…Am schlimmsten jedoch wäre sein Eindruck, du willst dich mit mir auf eine Stufe stellen!” Da sprudelte es aus mir heraus: “Keine Angst, auf solch niedriges Niveau komme ich nie!” Die Kündigung, die danach erfolgte, war ja meine Absicht und mir die gute Erfahrung mehr als Wert.
Die beiden Gewinner erhalten als Preis das Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit” im Wert von SFr. 36.00
Die Auswahl ist uns schwer gefallen. Vielen Dank für alle weiteren originellen Antworten.
Auch diesmal veranstalten wir für den nächsten Powerletter wieder ein Gewinnspiel für die schlagfertigste uns zugesandte Antwort. Diejenigen, die sich am nächsten Wettbewerb mit einem tollen Spruch beteiligen wollen, mögen das bitte über unsere Homepage tun.
Zu gewinnen gibt´s das Buch “Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit”, im Wert von SFr. 36.00
Nie wieder sprachlos. Lernen Sie, direkt eine Antwort zu finden und nicht erst eine Stunde danach. Anmeldung zum Seminar unter:“Schlagfertig & erfolgreicher”
Reden Sie vor Publikum so, dass Ihnen die Leute fasziniert an den Lippen kleben.
Hier ist die Anmeldemöglichkeit zum Seminar: “Präsentieren http://www.poehm.com/termine/
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!
Matthias Pöhm
P.S.
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Schlagfertige sind erfolgreicher
Filed under: Power-Letter
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