Pöhm´s Power-Letter Nr. 7 Dezember 2001
Liebe Leser
Hier ist er nun, der Power-Letter Dezember 2001. Wenn Sie den Powerletter interessant finden, so schicken Sie ihn doch einfach per email an Freunde weiter. Unter www.poehm.com kann jeder Interessierte sich eintragen.
Sie finden 6 Artikel:
1) Stehend in der Sitzung
2) Die acht Kriterien der Trainer Champions-Leage
3) Buch: “Ich war klinisch tot”
4) Buddhistischer Sterben-Kurs
5) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
6) Seminare jetzt auch in Nürnberg
1) Stehend in der Sitzung
Nehmen wir an, Sie haben eine grandiose Idee für Ihre Firma: Sie wollen, dass ein neuer Service für den Kunden angeboten wird, den der Kunde aber im Gegensatz zum bisherigen Service selbst zahlen soll. Im Normalfall wird zu so einem Zweck eine oder mehrere Sitzungen veranstaltet, wo man dann versucht, Ihnen diesen “abwegigen” Gedanken auszureden. Hier nun eine Methode, wie Sie die Chancen, so einen Vorschlag in der Firma durchzubringen massiv erhöhen können. Anstatt sitzend zu diskutieren, präsentieren Sie Ihren Vorschlag stehend. Denn wenn Sie stehen, haben Sie eine viel grössere Autorität. Unterbewusst fallen die Zuhörer in ein Lehrer-Schüler-Verhältnis. Wer stehend vor Publikum referiert, wird erst einmal à priori mehr als Meinungsführer akzeptiert, als derjenige der sitzt. Ausserdem haben Sie nun das ganze Repertoire an rhetorischen Dramaturgie-Elementen zur Verfügung: Krimimässiges Darstellen, Aktivdemonstrationen, rhetorische Wirkfragen u.s.w. Mein Tipp: Suchen Sie irgend einen Vorwand, um während der Sitzung aufzustehen. Sagen Sie: “…Ich will das mal am Flipchart deutlich machen” und ab dem Moment präsentieren Sie. Und jetzt sind Sie Regisseur und Ihr Vorschlag bekommt doppelt so viel Gewicht. Ich selbst habe diese Strategie einmal bei meinem Verlag angewandt und konnte so eine erhebliche Autorenhonorarerhöhung durchdrücken.
Wenn Sie also eine Vorschlag in ihrer Firma durchbringen wollen, wenn Sie in einer Verhandlung etwas durchsetzen wollen, wenn Sie beim Kunden etwas verkaufen wollen oder wann immer Sie mit einem Ziel in einem Meeting zusammensitzen: funktionieren Sie, wo immer das möglich ist, das Meeting zu “Ihrer” Präsentation um.– Sie sind “entrückter” als sitzend im Zweiergespräch – Sie sind Meinungsführer – Ihre Vorschläge haben grösseres Gewicht. So können Sie Dinge durchbringen, die Sie allein in Überzeugungsarbeit im Dialog nur schwer durchbringen würden. Wer präsentiert hat Macht.
Wie man sein Anliegen profimässig verkauft, wissen einige von Ihnen noch aus dem Rhetorikseminar. Falls Sie es noch nicht besucht haben, können Sie sich hier anmelden.
2) Die acht Kriterien der Trainer Champions-Leage
Kennen Sie Ullrich Strunz, Vera Birkenbihl, Samy Molcho, Jürgen Höller oder Bodo Schäfer? Die Chance, dass der eine oder andere Name Ihnen bereits ein Begriff ist, ist hoch. Die Chance ist sogar noch wesentlich höher, wenn Sie selbst Trainer sind. Diese Namen haben eine Gemeinsamkeit: Sie gehören zu den absoluten Toptrainern im deutschsprachigem Raum. Als ich vor 6 Jahren meine Karriere begann, habe ich einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gelesen, wonach es in Deutschland 44’000 Berater und Trainer gibt. Ich habe daraufhin eine Pyramide gezeichnet und habe 6 Unterteilungen gemacht. In der untersten Stufe gab es eine grosse Masse von 34’000 “Beratern”, nach oben wurden es immer weniger bis ich schliesslich in der Spitze der Pyramide angelangt war, wo sich nur noch 12 Berater befanden. Jeden Abschnitt in der Pyramide habe ich einer Klasse zugeordnet. Ganz oben ist die Champions-Leage.
Mich hat die oberste Klasse fasziniert und weil ich ein analytischer Mensch bin, habe ich mich gefragt, welche Kriterien es sind, die es erlauben in diese Klasse vorzustossen. Zunächst hatte ich nur fünf Kriterien herauskristallisiert, aber im Laufe meiner Karriere erweiterte ich die Kriterien auf Acht. Diese Kriterien können auch für Nicht-Trainer interessant sein. Denn man kann viele davon auch für die Steigerung des Marktwertes eines jeden Dienstleisters anwenden:
1. Sie müssen dran glauben. Sie müssen im tiefsten Innern überzeugt sein, dass Sie in die Champions-leage gehören und dass Sie dies auch schaffen.
2. Die Presse muss über sie berichten. Wenn Sie nicht in den Medien stattfinden, finden Sie überhaupt nicht statt.
3. Sie müssen die richtigen Leute kennen. Sie müssen mit den Leuten aus der Championsleage Kontakt haben. Nicht mit allen, aber mit einigen.
4. Sie müssen Spezialist sein. Alle Trainer der Championsleage haben ihr Spezialgebiet, auf dem Sie “Der Experte” sind. Wenn Sie eine Visitenkarte mit 10 unterschiedlichen Schulungsthemen haben, wird´s schwer.
5. Sie müssen Bücher publiziert haben. Wer kein Buch geschrieben hat, ist nicht bedeutend. Sie brauchen Bücher, die auch viele Menschen lesen. Auflage ist ein Kriterium.
6. Sie brauchen ein Spezialthema, das JEDERMANN interessiert. Die Themen Teambildung, Führungstraining, Telefonmarketing…u.s.w taugen hierzu nicht. Das interessiert nur Firmen. Sie müssen die breite Masse erreichen.
7. Sie müssen offene Seminare abhalten. Wenn Sie nur Inhouse- Firmenseminare machen, haben sie keine Chance. Ihre Seminar müssen öffentlich zugänglich sein. Am Besten Sie haben eine eigene Organisation, die Sie öffentlich macht.
8. Der Preis steuert die Qualität. Wer billig ist, taugt nichts. Die Championsleage fängt im Moment bei erzielten 20’000.- DM Tageshonorar an.
3) Buch: “Ich war klinisch tot”
Das letzte Buch, das ich gelesen und mich begeistert hat, heisst: “Ich war klinisch tot.” (Drei Eichen Verlag) Ein Mann gerät als Beifahrer in einen Unfall. Er wird auf die Strasse geschleudert, bleibt liegen und sein Herz hört auf zu schlagen. Er wandert aus seinem Körper, sieht sich über sich schweben und empfindet ein nie da gewesenes Glücksgefühl. Er hört alle Gedanken der umstehenden Personen. Ein Arzt kommt vorbei, um ihn mit einer Spritze wiederzubeleben. Von oben fleht er ihn an, ihn dort liegen zu lassen. Aber der Arzt kann ihn nicht hören… Es ist faszinierend, wie sich die Berichte von Scheintoten in wesentlichen Punkten alle gleichen. Alle, die schon einmal “drüben” waren, haben die Angst vor dem Tod verloren. Stefan Jankovich, der Autor, war scheintot und wurde wiederbelebt. Für ihn hat sich sein Leben danach komplett geändert. Dinge, die in seinem Leben vorher wichtig waren, waren plötzlich unwichtig. Seine Erkenntnisse geben auch uns einen Hinweis, auf was es wirklich im Leben ankommt. Für ihn ist die Wiedergeburt eine Tatsache.
4) Buddhistischer Sterben-Kurs
Die Buddhisten haben ein grosses Wissen über das Sterben. Im Sommer war ich bei einem fünftägigen Buddhistischen Kurs, Powa genannt, gehalten von einem Lama, der perfekt Deutsch spricht. Dort wurde trainiert, aus seinem eigenen Körper herauszuwandern. Das erleichtert einem beim eigenen Tod loszulassen, gibt einem aber auch die Fähigkeit anderen Menschen beim Sterben zu helfen. Immer und immer wieder wanderten wir mental durch die Schädeldecke aus unserem Körper, um danach wieder hineinzugehen. Am Ende der fünf Tage schaute ich mir einige Köpfe von Teilnehmern an. Sie müssen mir jetzt einfach glauben, was Sie jetzt lesen: Ich entdeckte an der Schädeldecke Verwundungen, geronnenes Blut und Einbuchtungen in der Haut. Auch ich liess meinen Kopf vom Lama untersuchen. Er fand auch bei mir eine Stelle, die bei Druck mit dem Finger plötzlich höllische Schmerzen auslöste. Ich habe am eigenen Leib erlebt und mit eigenen Augen gesehen: der Geist kann Materie verändern!
Der Lama heisst Ole Nydahl. Wenn Sie ihn mal bei einem Vortrag erleben wollen, so schreiben Sie uns oder klicken Sie in folgende Homepage: www.buddhismus.org oder www.diamondway- buddhism.org
5) Sieger im Schlagfertigkeits-Gewinnspiel
Diesmal sind uns wieder eine Vielzahl von schlagfertigen Erwiderungen zugegangen. Die Auswahl fiel schwer. Wir haben wieder zwei Sieger auserkoren.
1. Sieger: Marc Grande aus Kevelaer
Bei einem Bewerbungsgespräch wurde die unverschämte Frage gestellt, ob homosexuelle Neigungen vorliegen.
Die Antwort des Kandidaten: “Warum, ist das Voraussetzung, um hier anfangen zu können?? ”
(Kommentar M. Pöhm: Erkennen Sie die Technik? Es ist handelt sich um das absichtliche Missverstehen)
2. Sieger: Doris Ammann aus Les Rasses ( Schweiz)
Ich erinnere mich an einen Wortwechsel, den ich vor Jahren mitbekommen habe, der mir aber immer noch präsent ist:
Ich fahre hinter einem Briefträger im gelben Postwagen auf eine Kreuzung zu, wo ein Polizist auf der Kanzel den Verkehr regelt. Der Postbeamte fährt zu weit vor, der Polizist pfeift wütend und beugt sich über die Kanzel. Postbeamte kurbelt das Fenster runter (ich auch), Polizist schreit ihn an: “Hat’s eigentlich nur Idioten bei der Post” -Postbeamte kontert: “Nein, die anderen sind alle bei der Polizei…”
(Kommentar M. Pöhm: Technik: Versteckte Gegenangriff)
Die beiden Gewinner erhalten als Preis das Buch “Vergessen Sie alles über Rhetorik” im Wert von 39,80.
Wir drucken hier aber noch weitere gelungene Antworten ab:
Gunter König aus Schwäbisch Hall:
Neulich fährt meine Frau ziemlich genervt unsere zehnjährige Tochter Mareike an: “Du hast ja eine Fähigkeit, mich narrisch zu machen!”
Antwortet Mareike: “Gell, da staunt man!”
(Kommentar M. Pöhm: Technik: voll zustimmen)
Margrit Lötsch, aus Singen
Ich habe gestern beim Servieren einer Ihrer Techniken angewendet. Ich trug eine Camouflage Bluse im Militär-Stil. Ein Stammgast zog mich auf: “Na Chaggy, jetzt auch noch im Militär?” Antwort: “Nein, ich hab grade meinen Waffenschein abgeholt – die Bluse gab’s gratis”
(Kommentar M. Pöhm: Technik: Übertriebene Zustimmung)
Seminarteilnehmerin
Eine schöne schlagfertige Antwort wurde mir während des Seminars “Schlagfertig & erfolgreicher” erzählt. Eine Trainerin hielt vor ca 100 Männern ein Referat. Sie hantierte am Hellraumprojektor aber bekam ihn nicht an. Hämischer Kommentar aus dem Publikum: “Ja, Ja, Frauen und Technik!” Darauf Sie: “Stimmt Sie haben Recht, das ist das selbe wie Männer und Sex”
(Kommentar M. Pöhm: Liebe Frauen, das ist ein Standard – einprägen! Technik: Gegenangriff)
Die Auswahl ist uns schwer gefallen. Vielen Dank für alle weiteren zugesandten sehr originellen schlagfertigen Antworten.
Auch diesmal loben wir für den nächsten Powerletter wieder ein Gewinnspiel für die schlagfertigste uns zugesandte Antwort aus.
Zu gewinnen gibt´s das Buch “Vergessen Sie alles über Rhetorik” im Wert von 39,80
6) Seminare jetzt auch in Nürnberg
Mitte Oktober hielt ich mein erstes Seminar im Hotel Schindlerhof in Nürnberg ab. Wir hatten es zusammen mit meinem Verlag MVG veranstaltet. Der Schindlerhof gehört Klaus Kobjoll, der selbst auch ein sehr bekannter Trainer und Buchautor ist. Ich hatte schon viel über den Schindlerhof gelesen und gehört. Klaus Kobjoll hat für sein Tagungshotel den Anspruch, eine für Seminare ideale Atmosphäre zu schaffen: Mit Düften, Hintergrundmusik, speziellen Farben, Feng-Shui Einrichtung u.s.w. Ausserdem propagiert er eine extreme Service-Kultur. Sein Leitspruch: “Der Kunde verzeiht Ihnen alles, ausser Unfreundlichkeit”. Entsprechend hoch waren nun meine Erwartungen an mein erstes Seminar bei ihm. Und ich muss sagen: Meine Erwartungen wurden erfüllt. Die Atmosphäre ist wirklich unvergleichlich, es ist familiär und die Angestellten strahlen eine echte Freundlichkeit aus. Nicht vergleichbar mit den 4 oder 5-Sterne Luxushotels, die ich nicht ausstehen kann. Dort werden Sie zwar auch angelächelt, aber Sie spüren, dass das nur eine Geschäfts-Freundlichkeit ist. Luxus – aber anonym und steril.
Das Seminar im Schindlerhof war kurzum ein durch und durch gelungenes Seminar. Ich werde nun regelmässig dort Seminare abhalten. Mein nächste Seminar dort, wird am 6./7. März 2002 sein: “Präsentieren als Infotainment”.
Sichern Sie sich heute noch Ihren Platz. Anmeldung unter: Anmeldung Nürnberg
Anmeldung zum Seminar: “Schlagfertig & erfolgreicher”
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!
Matthias Pöhm
Schlagfertige sind erfolgreicher
Filed under: Power-Letter
Like this post? Subscribe to my RSS feed and get loads more!