Können Sie gut kommunizieren?

 

Gute Kommunikation bedeutet nicht, besonders viel zu reden. Entscheidend ist, ob Sie Ihren Gesprächspartner verstehen, Ihre eigene Botschaft klar vermitteln und auch in schwierigen Situationen die Kontrolle behalten.

Ein einfacher Test zeigt Ihnen, wo Sie stehen.

Der Kommunikationstest

Beantworten Sie jede Frage spontan mit Ja oder Nein.

  1. Ich erkenne, in welcher Stimmung sich mein Gesprächspartner befindet.
  2. Ich kann Probleme lösen, ohne die Kontrolle über meine Gefühle zu verlieren.
  3. Ich versetze mich in die Perspektive meines Gesprächspartners.
  4. Ich achte beim Gespräch auf Gesichtsausdruck, Gestik und Körpersprache.
  5. Ich bemühe mich, meine Gedanken klar und verständlich auszudrücken.
  6. Ich bin manchmal so sehr damit beschäftigt, was ich selbst sagen möchte, dass ich meinem Gesprächspartner nicht richtig zuhöre.
  7. Wenn ich bereits weiß, was mein Gesprächspartner sagen möchte, beende ich seinen Satz.
  8. Ich interpretiere die Aussagen anderer Menschen manchmal falsch.
  9. Starke Emotionen in einem Gespräch machen mich unwohl.
  10. Ich kann meine eigenen Gefühle wahrnehmen und anderen gegenüber verständlich erklären.
  11. Während mir jemand etwas erzählt, verliere ich manchmal den Faden meiner eigenen Gedanken.

So werten Sie den Test aus

Bei den Fragen 1 bis 5 und 10 ist ein „Ja“ ein gutes Zeichen.

Bei den Fragen 6 bis 9 und 11 ist dagegen ein „Nein“ günstig.

Je mehr dieser Antworten auf Sie zutreffen, desto besser sind Ihre grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten.

Besonders wichtig sind dabei drei Fähigkeiten:

  • Zuhören: Sie hören Ihrem Gesprächspartner wirklich zu, statt bereits Ihre eigene Antwort vorzubereiten.
  • Wahrnehmen: Sie achten nicht nur auf Worte, sondern auch auf Tonfall, Gesichtsausdruck und Körpersprache.
  • Ausdrücken: Sie können Ihre eigenen Gedanken und Gefühle verständlich formulieren.

Praxistipp: Testen Sie sich im nächsten Gespräch

Nehmen Sie sich beim nächsten Gespräch eine einzige Sache vor:

Unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht.

Warten Sie, bis er seinen Gedanken beendet hat. Stellen Sie anschließend eine Frage, bevor Sie Ihre eigene Meinung äußern.

Zum Beispiel nicht:

„Ja, kenne ich. Das hatte ich auch schon mal. Bei mir war das so …“

Sondern:

„Was genau war für dich daran das Problem?“

Sie werden schnell merken: Gutes Zuhören verändert ein Gespräch stärker, als die meisten Menschen denken.

Männer und Frauen: Kommunizieren sie unterschiedlich?

Die Frage, ob Männer und Frauen unterschiedlich kommunizieren, wird seit Langem untersucht. Dabei wurden Unterschiede unter anderem bei Gesprächsanteilen, Unterbrechungen und dem Kommunikationsverhalten in formellen und informellen Situationen beobachtet.

Allerdings sollte man daraus keine starren Regeln für Männer und Frauen ableiten. Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen sind oft größer als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das gilt übrigens auch bei einer Trainerausbildung, bei der der Trainer darauf achten muss, Menschen nicht in Kommunikationsschubladen zu stecken, sondern individuelle Kommunikationsmuster zu erkennen.

Wer mehr redet, wirkt häufig dominanter

Ein interessanter Effekt: Wer in einer Gruppe besonders viel spricht, wird häufig auch als dominanter wahrgenommen.

Das kann im Berufsleben eine Rolle spielen.

Stellen Sie sich eine Besprechung mit acht Personen vor. Eine Person spricht immer wieder, bringt Vorschläge ein und kommentiert die Beiträge der anderen. Eine andere Person hat gute Ideen, sagt aber nur etwas, wenn sie ausdrücklich gefragt wird.

Obwohl die zweite Person fachlich genauso kompetent sein kann, wird die erste möglicherweise stärker als Führungspersönlichkeit wahrgenommen.

Mehr reden bedeutet also nicht automatisch besser kommunizieren. Aber wer gar nicht spricht, wird mit seinen Fähigkeiten möglicherweise auch nicht wahrgenommen.

Praxistipp: Sagen Sie etwas, wenn Sie etwas beizutragen haben

Wenn Sie in Besprechungen häufig schweigen, warten Sie nicht darauf, dass jemand Sie ausdrücklich nach Ihrer Meinung fragt.

Sagen Sie beispielsweise:

„Ich sehe hier noch einen Punkt, den wir berücksichtigen sollten.“

Oder:

„Ich habe dazu einen anderen Vorschlag.“

Damit müssen Sie keine fünfminütige Rede halten. Oft reichen zwei klare Sätze, um sich in ein Gespräch einzubringen.

Unterbrechen: Selbstbewusst oder unhöflich?

Auch Unterbrechungen spielen in Gesprächen eine wichtige Rolle.

Wer andere häufig unterbricht, kann selbstbewusst und durchsetzungsstark wirken. Gleichzeitig kann das Verhalten schnell als unhöflich, unzuverlässig oder wenig respektvoll wahrgenommen werden.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Sie jemanden unterbrechen, sondern warum und wie.

Ein Beispiel:

Ihr Gesprächspartner sagt:

„Wir sollten den Termin vielleicht auf nächste Woche verschieben, weil …“

Sie fallen ihm sofort ins Wort:

„Nein, nächste Woche geht bei mir überhaupt nicht.“

Damit haben Sie nicht nur unterbrochen. Sie haben auch signalisiert: Ihre eigene Antwort ist Ihnen wichtiger als sein vollständiger Gedanke.

Besser:

„Warte, bevor wir den Termin verschieben: Was spricht für nächste Woche?“

Jetzt wissen Sie überhaupt erst, was Ihr Gesprächspartner sagen wollte.

Praxistipp: Lassen Sie eine Sekunde Pause

Eine einfache Regel hilft:

Wenn Ihr Gesprächspartner aufhört zu sprechen, warten Sie eine Sekunde, bevor Sie antworten.

Das verhindert viele unbewusste Unterbrechungen.

Wie sich Kommunikation auf das Selbstbild auswirkt

Kommunikation beeinflusst nicht nur, wie andere uns wahrnehmen. Sie kann auch beeinflussen, wie wir selbst über uns denken.

Wenn jemand in Gesprächen ständig unterbrochen wird, kann irgendwann der Eindruck entstehen:

„Offenbar interessiert sich niemand für das, was ich sage.“

Passiert das immer wieder, kann daraus ein negatives Selbstbild entstehen.

Das betrifft natürlich nicht nur Frauen. Jeder Mensch kann durch wiederholte Gesprächserfahrungen das Gefühl entwickeln, nicht ernst genommen zu werden.

Deshalb lohnt es sich, auf die eigene Gesprächsführung zu achten.

Praxistipp: Machen Sie Ihre Gesprächspartner sichtbar

Wenn Sie feststellen, dass jemand in einer Gruppe kaum zu Wort kommt, holen Sie ihn bewusst ins Gespräch:

„Maria, wie siehst du das?“

Oder:

„Du hast vorhin einen interessanten Punkt angesprochen. Kannst du den noch einmal erklären?“

Damit geben Sie der Person nicht nur Redezeit. Sie zeigen ihr: Dein Beitrag ist relevant.

Gute Kommunikation ist kein Talent, sondern Übung

Niemand muss ein geborener Kommunikationsexperte sein. Entscheidend ist, dass Sie erkennen, welches Verhalten Ihnen im Gespräch im Weg steht.

Reden Sie zu viel?

Unterbrechen Sie andere?

Hören Sie zwar die Worte, denken aber gleichzeitig schon über Ihre eigene Antwort nach?

Oder sagen Sie zu wenig, obwohl Sie eigentlich etwas beizutragen hätten?

Beginnen Sie nicht damit, alles gleichzeitig verändern zu wollen.

Nehmen Sie sich für die nächsten sieben Tage nur eine einzige Kommunikationsgewohnheit vor.

Zum Beispiel:

„Ich unterbreche niemanden, bevor er seinen Gedanken beendet hat.“

Achten Sie eine Woche lang darauf. Danach nehmen Sie sich die nächste Gewohnheit vor.

So wird aus einem abstrakten Vorsatz eine konkrete Veränderung Ihres Kommunikationsverhaltens.

Männer kommunizieren anders wie Frauen – Das sollten Männer beachten, vor allem, wenn Sie flirten wollen. Wenn ein Mann weiss, wie er sich auf Frauen-Kommunikation einstellen muss, hat er bei Frauen eine höherwertigere Wahrnehmung. Flirt-Seminar